LLOYD Time 2-2014 - page 45

DerVisionär:
DerFeinmechaniker
OskarBarnackgilt alsErfinder der
35-mm-Kleinbildkamera. Er arbei-
tete alsEntwicklungschef bei Leitz in
derAbteilung fürFilmkameras.
Apparat geschossen, konnte so Aufschluss über das Er-
gebnis verschiedener Belichtungseinstellungen liefern,
bevor die Filmaufnahmen begannen. Die „Leitz Came-
ra“, kurz „Leica“, war geboren. Ganz nebenbei hatte
Barnacks Erfindung noch einen ganz anderen Nutzen:
Die Kamera war klein. Barnack selbst liebte die Foto-
grafie, hatte aber wegen seines Asthmas große Proble-
me, die damals üblichen, großen Plattenkameras samt
ihren Stativen zu transportieren. Die Kleinbildkamera
war handlich und leicht, man konnte sie überallhin
mitnehmen, auchBarnack, trotz seiner angeschlagenen
Gesundheit. Außerdemwar es nun dank des eingesetz-
ten Rollfilms möglich, 36 Fotos in direkter Folge zu
schießen.
Die hohe Fertigungsqualität der ersten Leica Ca-
mera sollte auch in ZukunŽ oberstes Prinzip des hes-
sischen Herstellers bleiben. Von den sogenannten
„Schraubleicas“, bei denendasObjektivnochmittels ei-
nes Gewindes auf das Gehäuse geschraubt wurde, über
die M-Serie, die ab 1954 bereits über ein einrastendes
Bajonett für dasObjektivverfügte, bis zuden 1964 ein-
geführten und bis heute gebauten Spiegelreflexkame-
ras: Stets standen bei Leitz Verarbeitungsqualität und
Zuverlässigkeit imVordergrund und begründeten auch
den vergleichsweise hohen Preis, denKunden zahlten.
INNOVATIV INDIEZUKUNFT
WoOskar Barnack vor 100 Jahren die Kleinbildkamera
entwickelte undErnst Leitz vor 90 Jahrenmit der Seri-
enfertigungbegann,wirdLeicaauchzukünŽigProdukte
entwickeln und herstellen. Das unterstreicht auch das
2014 fertiggestellte neue Firmengebäude inWetzlar. Bei
denPlanungen für denNeubauging esnachdenWorten
von Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender von
Leica, nicht nur darum, eine moderne Fertigungs- und
Verwaltungsstätte zu scha¢en. Vielmehr solle inWetz-
lar eine Art Erlebniswelt entstehen, in der Gäste und
Besucher Einblicke in die Geschichte des traditionsrei-
chen Unternehmens bekommen. Frei einsehbare Ferti-
gungsbereiche, ein Leica-Museum, eine Galerie sowie
ein Shop, einFotostudio und einRestaurant beheimatet
das imposanteGebäude jetzt.
Der Leitz Park unterstreicht vor allem den neu-
enWeg des Unternehmens, denn Leica will mehr sein
als das deutsche Traditionsunternehmen. Diesem An-
spruch folgt auch das Design der neuen T-Reihe: Jung,
dynamisch, innovativ.GemeinsammitAudi entwickelte
Leica dieses Schmuckstück. Auf der Rückseite besteht
es aus einem riesigen Touchscreen, der an moderns-
te Smartphones erinnert. Der Look bleibt aber wie ge-
wohnt schlicht und elegant, ganzwieman es von Leica
kennt.Den innovativenGeistvonLeicaspiegelndieneue
T-Reihewie auchder Leitz Parkwider.
Damals undheute:
Leicabaut
für 60MillionenEuroeineneue
Unternehmenszentrale inWetzlar.
DerNeubaugreift dieForm von
Produktender LeicaCamera auf.
FOTOS: LEICA
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LLOYD TIME
NR 2/2014
DESIGN
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