LLOYD Time 2-2014 - page 38

anchmal scheinen Dinge im Leben vorherbestimmt zu
sein. Sowie die steileKochkarriere desHolger Stromberg
aus Waltrop im Ruhrgebiet. Bereits seine Eltern führten
dort ein Lokal, das Gasthaus Stromberg. Für den kleinen
Holger gab es nichts Größeres, als morgens um halb fünf mit dem
Vater auf denGemüse- und Fischgroßmarkt zu fahren. „Die Kisten
waren zwar größer als ich, aber ich habe immer mitgeholfen, die
aufs Auto zu laden. Ich fand dasWeltklasse“, erinnert sich der Gas-
tronom. Die Familie betrieb auch eigene Landwirtscha‡, es wurde
sogar selbst geschlachtet. Das hat Holger Stromberg geprägt: „Ich
habe früh gelernt, dass das Schnitzel nicht aus der Packung kommt,
sondern imbestenFall einLeben auf einer schönenWeidehatte. Ich
bin dankbar für das, was uns von derNatur gegebenwird.“Die Lei-
denscha‡ für beste Lebensmittel, der Einsatz von saisonalemObst
undGemüse aus der Regionundnatürlich seinuntrüglichesGespür
für köstliche Geschmackskompositionen prägen seinen Kochstil.
Das mag auch die Tester des „Guide Michelin“ überzeugt haben,
denn sie verliehen Holger Stromberg mit 23 Jahren als jüngstem
KochDeutschlands einen ihrer begehrten Sterne.
Doch das unentwegteArbeiten brachte auch seine Schattensei-
tenmit sich. „Ich habe Raubbaumit meiner Gesundheit betrieben,
erlittmit 30 einenkörperlichenBurn-out“, erinnert sichder Sterne-
koch. Auch aus dieser Krise half ihm die Ernährung heraus. Holger
Stromberg ist davon überzeugt, dass unser Körper uns genau sagt,
welcheLebensmittel ihmgut tunund ihngesundhalten.Manmüsse
einfachnur auf die Signale hören.
BESTEZUTATENMACHENFIT
Wer nunbefürchtet, bei Strombergmüsseman ausGesundheitsgrün-
dennurSalatundGemüseknabbern,darfberuhigtsein.SelbstFastfood
istmal erlaubt. In unmittelbarerNähe seines Restaurants KUTCHiiN
im schönenMünchner Südenhat er die ImbissbudeCURRY 73 erö›-
net.Wiekam’sdennbittedazu,Herr Stromberg? „Ich essegerneCur-
rywurst, aber es gab einfach keine gute in ganzMünchen. Also habe
ichmeinen eigenen Laden aufgemacht.“ Das Erfolgsrezept: qualitativ
besteZutaten£–wiesollteesanderssein ineinemStromberg’schenLo-
kal? SokommendieKarto›eln für die Pommes frites unddas Fleisch
für die Currywurst direkt vom Erzeuger. Solche Snacks schmecken
gut, sie sehengut aus, und sie tundemWohlbefindengut.
IndenGenussvonHolgerStrombergs exquisiterKochkunstkom-
men seit August 2007 auch die Spieler der Deutschen Fußballnatio-
nalmannscha‡.Wenndie Spieler sich amBu›et bedienen, können sie
sicher sein, dass sie mit allenwichtigen Nährsto›en, Vitaminen und
Mineralien optimal versorgt werden. Und schmecken tut’s natürlich
auch, denn Holger Stromberg bringt auch die Lieblingsgerichte der
Spieler wie Milchreis, Tomatensuppe oder Rahmspinat mit Spiegelei
und Bratkarto›eln auf den Tisch. Bei denFußballernwie auchdaheim
sind esmeist die einfachen, ehrlichenGerichte, die gut ankommen und
leckerschmecken.Unddiegelingenwirklich jedem selbst.MitderAus-
rede„Ichkannnichtkochen“brauchtmanHolgerStromberggarnicht
erstzukommen:„Wer feinmotorischnichtganzunbegabt istundwem
seineGesundheit etwaswert ist, kann sich jederzeit ansSchneidebrett
stellenund etwas zusammenschnippeln.“Also ran andenHerd.
M
Holger Stromberg
geboren 1972, wächst inWaltrop/
Ruhrgebiet ineiner alteingesessenen
Gastronomenfamilie auf. Bereitsmit
23erkocht er sicheinenMichelin-
Stern. Er istGründungsmitglied
derKöchevereinigung JungeWilde
e.V. SeitAugust 2007 istHolger
StrombergKochderDeutschen
Fußballnationalmannschaft.
Buch-Tipp:
Holger Stromberg,
„Iss einfachgut“
,
SystemedVerlag, 18,99Euro
GENUSS
38
LLOYD TIME
NR 2/2014
FOTOS: ERWINLANZENSBERGER
1...,28,29,30,31,32,33,34,35,36,37 39,40,41,42,43,44,45,46,47,48,...52
Powered by FlippingBook